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BIOGRAFIE
und CREDO
Kann ein Baum ohne Wurzeln aufrecht
stehen, überleben?
Ob als Mensch oder Baum – versinnbildlicht
nach meinem Lebensgefühl allein die Gegenwart die einzig wahre
Dimension unserer Existenz. Die Vergangenheit gaukelt unserem
Ich - unserem Ego - eine Identität vor, die Zukunft verspricht
ihm, weiter am Leben zu bleiben, habe ich mir von zahlreichen
weisen Schöngeistern sagen lassen. Im Folgenden geht es um
meine persönlichen Wurzeln, und diese sind, ihrem Naturell
entsprechend, nicht eben geradlinig…
Natürlich
fing alles harmlos an: am 9.11.1973 wurde ich als Monika Sophia
Malkowski im polnischen Norden, unweit von Danzig, in eine
kreative, gleichwohl sehr reiselustige Familie hinein gewürfelt.
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Meine Passion für geschriebenes Wort regte sich emsig, sobald ich
selbst zu schreiben gelernt hatte. Mein militärisch gedrillter Lehrkörper
reagierte prompt, überschlug sich darin, mich anzutreiben (im Sinne
von „Fördern“), während mein Vater, ein recht bekannter Zeitungsredakteur
in der Stadt Graudenz, mir für eine Journalisten-Karriere faktisch
schon den rot-weißen Teppich ausgerollt hatte... Auf den ich in Polen
jedoch nie einen Fuß bekommen sollte. Im Juli 1989 kam nämlich die
Überraschung: meine Eltern trafen die Entscheidung, das einzigartige
Schreibtalent meines Vaters gegen etwas mehr Hoffnung auf eine bessere
Zukunft einzutauschen. Sie siedelten mit uns, zwei Schwestern im Alter
von 16 und 18 Jahren, nach Deutschland um. Und so, wie eine neue Sprache
in mein Leben hinein wanderte, scherte sich auch mein einzig geliebtes
Schriftsteller-Werkzeug scheinbar für immer in die Vergangenheit –
„jetzt war Deutsch“. Es folgten Jahre voller Umzüge, geprägt von einer
drängenden Suche nach einer eigenen Identität, nach einem Ersatz für
das verloren geglaubte. In jeder neuen Stadt zerrannen mir die Antworten
auf die wiederkehrende Frage: wer bist du? – flüchtig unter den Fingern.
Bar eines greifbaren Ziels, rannte ich immer eiliger, weg von den
Klicheés und Schubladen, in die ich unbedacht, aber wiederholt hinein
gestoßen wurde und mich selbst hinein schubste, fort von dem persistenten
Gefühl, irgendwie anders zu sein. Dieser verworrenen, zweisprachigen,
lange verborgenen „Vergangenheit“ stelle ich mich im Gefecht meines
zweiten Romans. |
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Deshalb ein Sprung ins Jahr 2005: mit meinem Diplom in Biologie
(vorrangig in Pharmazeutischer Biologie und Genetik) in der Hand,
betrat ich die Schwelle zu meinem ersten Büro als Akademikerin.
In der Zwischenzeit hatte ich begonnen, der Umtriebigkeit meiner
Eltern nach zu eifern; ich hatte ein Stück der Welt bereist und
es in der Nürnberger Kultur- und Nachtszene zu einem stattlichen
Bekanntenkreis gebracht. Der Eindruck, anders zu sein, blieb mir
trotzdem anhaften - wie mein zweiter Schatten. Das war aber noch
gar nichts! Durch den „geregelten“ Schreibtischjob in der medizinischen
Forschungsabteilung eines Pharma-Unternehmens stand mir schlagartig
etwas Neuartiges, wie Wunderbares zur Verfügung: Freizeit! Keine
Wochenend- und Nachtschichten mehr in der Zentrale des Ärztlichen
Notdienstes, in der ich während des Studiums mein Überleben gesichert
hatte. Plötzlich verfügte ich über ich die Zeit, einen freien Kopf,
das wissenschaftliche Instrumentarium – aber auch die ausgleichende
Offenheit gegenüber den metaphysischen Lehren - für die Begegnung
mit Themen, die um die humane Evolution und die Erforschung des
menschlichen Bewusstseins kreisten, und die mich seit jeher faszinierten.
Fragen, die mich schon immer wurmten, pöbelten lauter und lauter
um Auflösung... Fragen wie: gibt es Zufälle oder Schicksal; kann
man Spiritualität genetisch nachweisen?
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Zur
rechten Zeit traf ich auf „Gleichgesinnte“ – an dieser Stelle mein
innigster Dank an Euch für Eure unschätzbare Inspiration und Unterstützung!
- und vertiefte mich in einige hoch spannende Bekanntschaften und
Korrespondenzen. Etwas passierte im Zuge dieses winterlich-frühlingshaften
Schrift- sowie Gedankenaustausches der Jahre 2005/06: als hätte meine
Schreibleidenschaft nur auf das Stichwort gewartet, brachen seitdem
gewaltige Wortströme aus mir heraus (fragen Sie meinen Mann!), während
meine Fantasie (ohne Fallschirm) zu unberechenbaren Höhenflügen aufbrach.
Mein eigenes Dasein entwickelte sich quasi über Nacht zu einem Abenteuerroman
und ich hatte das Gefühl, ich wäre dem Sinn des Lebens (und meiner
Lebensaufgabe) näher gekommen als jemals erhofft. |
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Einmal in Bewegung, hörte mein
Schreibfluss nicht mehr zu donnern und zu plätschern auf. „Etwas“
feuert mich seitdem an - zu schreiben und meine (für den einen mehr,
für den anderen weniger) erstaunlichen Entdeckungen, geschöpft aus
recht wahnwitzigen Erfahrungen, anderen Menschen zuteil werden zu
lassen. Mehr noch; dieser eigenartige Antrieb ließ mich schließlich
verinnerlichen, dass ich sehr wohl anders bin. Weil alle Menschen
anders sind, mehr verkörpern, über mehr entwickelte und noch unentwickelte
Fähigkeiten verfügen als das, was sie sich gewohnheitsgemäß erlauben
und eingestehen. Dies in sich selbst zu erkennen, soll neben Unterhaltung
(und einer Portion Umweltschutz, Brisanz und ein paar Lachfalten)
die Inspiration meines Debütromans sein – dessen Handlung stets am
Übertritt zwischen Realität und Illusion herum balanciert. Wie das
„wahre“ Leben ja auch. |
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Damit hatte ich ein neues Weltbild
betreten, welches ich zwar leichtfüßig – aus innerstem Wunsch
heraus – in Worte kleiden, über welches ich aber mit nur ganz
wenig Menschen reden konnte.
Einen dieser außergewöhnlichen
Menschen habe ich im Oktober 2006 geehelicht, wonach unser
gemeinsames und bis heute ebenso unalltägliches, wie glückseliges
Abenteuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten begann. Im
Expresstempo hatte ich mein Arbeitsverhältnis aufgelöst, mich
meiner Wohnung entledigt, habe geheiratet und wanderte (auf
unbestimmte Zeit) zum zweiten Mal aus, indem ich in der Wüste
verschwand – nun war es also an mir, für eine Überraschung
zu sorgen... (Eine Gebrauchsanweisung für soviel Spontanität
findet sich in meinem ersten Buch.) Seitdem kurbelt die Andersartigkeit
des Orients meine kreative Ader temperamentvoll an und ich
gebe mir redlich Mühe, damit man sich dem Nachhall ihres Pulschlags,
dem unterschwelligen Wispern des Fernwehs, dem eigenen Ruf
des Abenteuers in meinem zweiten Roman nur mühsam entziehen
können wird.
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