„(…) Der wüsteste Sandsturm des hitzköpfigen, arabischen Frühlings blies Iman mit der Unbeschwertheit eines Sandkorns ins Binnenland des Sultanats Oman. Imans Innen- leben spiegelte die geographischen Veränderungen wieder – oder war es exakt umgekehrt? Von einer lange abwesenden Abenteuerlust gepackt, hielt er auf dem Weg in die Zentrale in Maskat in der Oasenstadt Nizwa, zu Füßen des höchsten Bergmassivs des omanischen Wüstenstaates. Trotz der auszehrenden Fahrt lockte es Iman gleich nach der Ankunft hinter die Fassaden der Altstadt, die von Burgmauern eingezäunt in einem Gebirgskranz ruhte. Der Neugier einer Katze in nichts nachstehend, schnüffelte er um jede Ecke, spähte hinter die allesamt grünen Fensterläden und es hätte gerade noch gefehlt, dass er Purzelbäumchen schlagen würde. Danach war es ihm ja! Welch gegensätzliches, leichtfüßiges Mittelalter Arabiens sich, im Vergleich zum Jemen, mit dem Staub unter seinen Schuhsohlen vermischte! Der entwurzelte Wanderer zwischen den Welten kehrte in die Heimat seines potenziellen Seelenverwandten, des Seefahrers Sindbad, ein. (…)“

aus „Das C11-Phänomen“ von Monika Sophia Winterstein Copyright © 2008 by Elf Uhr Verlag, Lauterbach